Canon F-1 (Classic): Batterie wechseln — PX625-Alternative mit Typ‑675‑Hörgerätebatterien und O‑Ring‑Adapter
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Kurzfassung
Die klassische Canon F‑1 nutzt ursprünglich Quecksilber‑Batterien (PX625), die es so nicht mehr gibt. Aber keine Sorge: Eine praktikable, umweltfreundliche und günstige Alternative sind Typ‑675 Zink‑Luft‑Hörgerätebatterien zusammen mit einem kleinen Spacer (Gummi‑O‑Ring) oder einem professionellen PX625 Adapter. Diese liefern eine konstante Spannung nahe 1,35 V und deine Belichtungsmessung funktioniert wieder wie am ersten Tag.
Warum die alten Batterien ein Problem sind
Früher liefen viele Analogkameras mit Quecksilberbatterien. Das Geniale daran war ihre extrem konstante Entladungsspannung, weshalb viele Belichtungsmesser exakt darauf kalibriert sind. Da Quecksilberbatterien heute aber verboten und kaum noch zu bekommen sind, brauchst du einen Ersatz, der elektrisch genau das Gleiche liefert.
Warum Typ‑675 (Zink‑Luft) eine gute Wahl ist
- Die Nominalspannung unter Last liegt bei etwa 1,35–1,4 V — das ist verdammt nah an der alten PX625/Quecksilber‑Spannung.
- Zink‑Luft‑Batterien haben eine relativ flache Entladungskurve, wodurch dein Belichtungsmesser stabil bleibt.
- Sie sind komplett quecksilberfrei und deutlich umweltfreundlicher als die alten PX‑Typen.
Was du brauchst
- Canon F‑1 (Classic) mit intaktem Batteriefach
- Typ‑675 Zink‑Luft‑Hörgerätebatterie (gibt's von verschiedenen Herstellern)
- Kleiner Gummi‑O‑Ring als Spacer oder direkt einen passenden PX625 Adapter
- Kontaktreiniger und evtl. ein kleines Werkzeug (Münze zum Öffnen, feine Klinge oder Schraubendreher zum Reinigen)
Schritt‑für‑Schritt: Batterie wechseln
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Deckel öffnen: Schraub den Batteriefachdeckel am Boden der Kamera einfach mit einer Münze auf.
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Kontakte prüfen und reinigen: Alte Kontakte sind oft etwas oxidiert. Wenn sie stark verschmutzt aussehen, bürste sie vorsichtig mit einem kleinen Schraubendreher oder einer feinen Klinge ab und geh anschließend mit etwas Kontaktreiniger drüber.
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Alte Batterie herausnehmen: Hol die alte Batterie raus. Achte dabei unbedingt auf Rückstände oder Korrosion im Fach.
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Zink‑Luft‑Batterie aktivieren: Diese Zellen reagieren mit Luft. Nachdem du die Schutzlasche abgezogen hast, braucht die Batterie manchmal 1–2 Minuten, bis die volle Spannung stabil steht. Warte also kurz, bevor du weitermachst.
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Spacer / O‑Ring anbringen: Die Typ‑675‑Zellen sind etwas kleiner als die ursprüngliche PX625 und würden im Fach wackeln. Nutze einen kleinen Gummi‑O‑Ring als Spacer: Einfach auf die Batterie schieben, damit sie satt sitzt und Kontakt hat.
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Polarität beachten & einsetzen: Die positive Seite (Plus) gehört nach oben — rein damit, Fach zu und den Deckel wieder festdrehen.
Praktische Tipps
- Wenn die Belichtungsmessung nach dem Einbau komisch wirkt, check zuerst die Kontakte und die Spannung der neuen Batterie.
- Zink‑Luft‑Batterien entladen sich schneller, wenn sie dauerhaft Luft bekommen. Lager unbenutzte Zellen am besten immer mit der Schutzlasche oder in der Originalverpackung.
- Nimm die Batterien raus, wenn du die Kamera länger nicht benutzt, um Schäden durch Auslaufen oder Alterung zu vermeiden.
- Der Gummi‑O‑Ring ist oft die einfachste DIY-Lösung; es gibt aber auch spezielle PX625 Adapter aus Metall, die noch langlebiger sind.
Sicherheit und Entsorgung
Auch wenn Zink‑Luft‑Batterien kein Quecksilber enthalten, gehören sie nicht in den Hausmüll. Entsorge gebrauchte Zellen bitte fachgerecht — gib sie einfach in die Batterierücknahme im Handel oder bei deiner Sammelstelle ab.
Fazit
Für die Canon F‑1 (Classic) sind Typ‑675 Batterien zusammen mit einem O‑Ring oder Adapter eine geniale, günstige Lösung, um die alten Quecksilberzellen zu ersetzen. Sie liefern die richtige Spannung, schonen die Umwelt und dein Belichtungsmesser arbeitet präzise weiter.
Viel Erfolg beim Wechseln — und „gutes Licht“!
Euer Vladi
